Zum Hauptinhalt springen
Ratgeber · 8 min Lesezeit

Vermieter-Software ohne Abo: Einmalkauf ehrlich bewertet.

Einmalzahlung klingt günstig — bis die HKVO-Novelle, das CO₂-Stufenmodell oder ein Windows-Update das Programm ausbremst. Diese Rechnung zeigt, wann Einmalkauf wirklich billiger ist.

Zahlungsmittel erforderlich · 0 € in den ersten 7 Tagen · jederzeit kündbar
Die kurze Antwort

Vermieter-Software ohne Abo gibt es fast nur noch als lokale Kauflizenz (WISO Vermieter, Lexware Hausverwalter). Der Einmalpreis von 60 bis 250 Euro ist verlockend, doch HKVO-Novellen, CO₂-Stufenmodell nach § 7 CO₂KostAufG und neue Steuerformate erzwingen alle 12 bis 24 Monate ein kostenpflichtiges Update. Über fünf Jahre landest du meist bei den gleichen Kosten wie im Cloud-Abo — nur ohne Bankanbindung und Mieterportal.

Was „ohne Abo“ 2026 wirklich heißt

Der Begriff ist unscharf. Drei Modelle laufen im Handel unter „ohne Abo“: die klassische Kauflizenz (einmalig zahlen, Programm auf dem eigenen Rechner), die unbefristete Version mit optionalem Update-Pack (Kauf plus Jahresgebühr für Rechtsupdates) und die Freeware-Excel-Vorlage. Nur das erste ist echter Einmalkauf — und genau das wird auf dem deutschen Markt selten. WISO Vermieter, Lexware Hausverwalter und Haus & Grund BuchhaltungPlus dominieren die Nische mit Preisen zwischen 60 und 250 Euro.

Alle drei zwingen dich faktisch zum Upgrade, sobald sich Gesetze ändern — und das tun sie mit HKVO, CO₂KostAufG, GEG und § 35a EStG praktisch jedes Jahr.

Der Fünf-Jahres-Vergleich

Damit die Rechnung ehrlich ist, gehören zum Einmalkauf die versteckten Kosten (Update-Pack, Datenmigration bei OS-Wechsel, fehlende Bankanbindung) und zum Abo die eingebauten Leistungen (Cloud-Backup, Fristenwächter, Mieterportal). Für einen Vermieter mit sechs Einheiten ergibt sich über fünf Jahre folgendes Bild:

PositionEinmalkauf (Kauflizenz)Cloud-Abo (Mittel)
Grundpreis Jahr 1180 €0 € (Trial 7 Tage)
Update-Pack Jahr 2–54 × 60 €inkl. (49 € × 12 × 5)
Bankanbindungnicht möglichinkl. PSD2
Mieterportalnicht enthalteninkl.
Backup / Restoremanuelltäglich, verschlüsselt
Rechtsupdate HKVO/CO₂kostenpflichtigautomatisch
Summe 5 Jahre420 € + Zeitkosten≈ 2 940 €
Einmalkauf spart auf dem Papier, verliert aber sobald deine Zeit für Buchen, Migrieren und Nachrüsten mitgerechnet wird.

Rechne die eigene Arbeitszeit ehrlich mit: Wer für Bankabgleich, Belegablage und Abrechnung im Jahr 15 Stunden zusätzlich braucht und diese Zeit mit 30 Euro netto ansetzt, hat 450 Euro versteckte Kosten pro Jahr — die kein Einmalkauf ausgleicht.

Für wen sich der Einmalkauf trotzdem lohnt

  • Du hast 1 bis 2 Einheiten und rechnest per Hand ab.
  • Du buchst nicht digital und willst keine Bankanbindung.
  • Deine Objekte sind einheitlich beheizt, ohne HKVO-Splits.
  • Du archivierst Belege physisch und brauchst keine GoBD-Konformität für die Cloud.
  • Du willst maximale Datenhoheit auf einem einzelnen, offline betriebenen Rechner.
Bei zentraler Heizung mit gemischtem Verbrauch nach § 7 HKVO oder mehreren Objekten scheitert der Einmalkauf regelmäßig an der jährlich neuen Stufe des CO₂-Kostenaufteilungsgesetzes. Prüfe vor dem Kauf, ob der Anbieter die aktuelle Stufe im Update-Pack führt.

Wo Einmalkauf-Software regelmäßig scheitert

  1. HKVO-Novelle: § 6a HKVO fordert monatliche Verbrauchsinformationen — ohne Cloud kaum umsetzbar.
  2. CO₂-Stufenmodell: § 7 CO₂KostAufG verlangt eine Einordnung in Stufe 1–10 je Kalenderjahr, deren Grenzwerte sich verschieben.
  3. § 35a EStG: Bescheinigung haushaltsnaher Dienstleistungen muss maschinenlesbar sein — alte Formulare fallen durch.
  4. Bankanbindung nach PSD2: Ohne lizenzierten Kontozugangs­dienstleister kein automatischer Mietabgleich.
  5. Mieterportal-Pflicht bei größeren Beständen: § 6a HKVO erlaubt digitale Bereitstellung — Papier bleibt zulässig, kostet aber Zeit.
  6. Betriebssystem-Wechsel: Alte 32-bit-Versionen laufen auf Windows 11 oft nicht mehr, Datenimport dann Handarbeit.

Wer viele dieser Punkte trifft, kommt am Cloud-Modell nicht vorbei. In Rentprime gehört die aktuelle HKVO- und CO₂-Stufe zum Preis, damit die Nebenkostenabrechnung im Dezember nicht am veralteten Update-Pack scheitert.

Rechenbeispiel: Wann kippt der Vorteil?

Nimm 3 Wohnungen, zentral beheizt, mit CO₂-relevantem Energieträger. Der Einmalkauf kostet 180 Euro plus 60 Euro Update im Jahr. Ein günstiges Cloud-Abo liegt bei 19 Euro pro Monat, also 228 Euro pro Jahr. Ab Jahr 2 zahlst du beim Einmalkauf 60 Euro, im Abo 228 Euro — der Einmalkauf spart 168 Euro pro Jahr. Kommt aber ein einziger Streitfall durch fehlende CO₂-Aufteilung nach § 7 Abs. 4 CO₂KostAufG (3 % Kürzung auf 1 800 Euro Heizkosten = 54 Euro), rutscht die Ersparnis auf 114 Euro. Zwei Streitfälle im Jahr, und die Rechnung kippt.

Kurz: Der Einmalkauf spart nur bei kleinen, stabilen Beständen und disziplinierter Handarbeit. Sobald HKVO, CO₂ oder ein Mieterwechsel eine Frist auslösen, ist die Cloud-Software oft günstiger — nicht wegen ihres Preises, sondern wegen der vermiedenen Fehler nach § 556 Abs. 3 BGB.

Woran du eine seriöse Einmalkauf-Software erkennst

  • Klare Angabe, welche Rechtsupdates enthalten sind und welche extra kosten.
  • Exportformate CSV, DATEV und PDF/A — nicht nur proprietäres Format.
  • HKVO- und CO₂KostAufG-Konformität im Handbuch benannt, mit Jahresstand.
  • GoBD-Testat oder mindestens Hinweise zur revisionssicheren Belegablage.
  • Datenexport ohne Zusatzkauf, damit du wechseln kannst.
Fordere vor dem Kauf einen Beispielausdruck einer Nebenkostenabrechnung mit CO₂-Zeile. Fehlt sie oder heißt sie „CO₂-Umlage“ ohne Stufe, ist die Software nicht aktuell.

Was du im Blick behalten musst

Der Einmalkauf hat noch drei versteckte Kostenpunkte, die im Verkaufsgespräch selten fallen. Erstens die Datenmigration beim Rechnerwechsel: Bei einem neuen Betriebssystem läuft die alte Version oft nicht mehr — bezahlt wird dann eine Neuinstallation oder ein Datenexport, häufig 90 bis 200 Euro. Zweitens die Support-Verfügbarkeit: Bei Kauflizenzen gilt oft nur eine kostenpflichtige Hotline mit Minuten- oder Ticketpreis; das Cloud-Modell hat den Support meist inklusive. Drittens die GoBD-Zertifizierung für die Belegablage — bei lokaler Software musst du selbst dokumentieren, wie du § 146 AO einhältst.

Nicht zuletzt zählt der Zeitfaktor. Wer 8 Wohnungen bewirtschaftet und die Nebenkostenabrechnung in Excel ergänzt, weil die Kauflizenz die CO₂-Stufe nicht kann, verbringt schnell 4 bis 8 Stunden mehr pro Jahr am Rechner. Bei einem realistischen Stundensatz von 30 Euro netto sind das 120 bis 240 Euro — die im Fünf-Jahres-Vergleich meist übersehen werden.

Prüfe vor dem Kauf: existiert der Hersteller in fünf Jahren noch? Kleine Kauflizenz-Anbieter geraten regelmäßig in Update-Rückstand, wenn Novellen wie das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz kommen. Ein Blick auf die letzten drei Versionen im Changelog zeigt, ob die Firma aktiv gepflegt wird.

Häufige Fragen

Gibt es Vermieter-Software komplett ohne Abo und ohne Update-Zwang?

Praktisch nein. Selbst Kauflizenzen wie WISO Vermieter oder Lexware Hausverwalter verkaufen jährliche Update-Packs, weil sich HKVO, CO₂KostAufG und Steuerformate ändern. Ohne Updates bleibst du auf einem Rechtsstand der Vorjahre stehen — das Programm läuft, die Abrechnung ist aber angreifbar.

Ist Excel eine echte Alternative?

Für 1 bis 2 Einheiten ja, wenn du BGB, BetrKV und HKVO im Kopf hast. Sobald zentrale Heizung, WEG oder mehrere Objekte dazukommen, wird Excel zur Fehlerquelle: 80 Prozent aller manuellen Abrechnungen enthalten laut Deutschem Mieterbund mindestens einen materiellen Fehler.

Kann ich Vermieter-Software als Werbungskosten absetzen?

Ja. Sowohl der Einmalkauf als auch Abogebühren sind nach § 9 EStG Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Beim Einmalkauf über 800 Euro netto musst du abschreiben (§ 6 EStG), darunter sofort als geringwertiges Wirtschaftsgut.

Was passiert mit meinen Daten, wenn der Hersteller aufhört?

Beim Einmalkauf bleibt die letzte funktionierende Version lokal — die Daten sind dein Eigentum. Bei Cloud-Anbietern brauchst du eine Exit-Klausel im Vertrag; seriöse Anbieter garantieren einen CSV- und PDF-Export für mindestens 24 Monate nach Kündigung.

Nebenkostenabrechnung in 10 Minuten statt 3 Stunden
Zahlungsmittel erforderlich · 0 € in den ersten 7 Tagen · jederzeit kündbar

Probier es einfach aus.

Wenn dir Rentprime nicht zwei Wochenenden im Jahr spart, kündigst du mit einem Klick.

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, damit unsere Website funktioniert und damit wir verstehen, wie sie genutzt wird. Notwendige Cookies sind immer aktiv. Andere Kategorien aktivierst du nur, wenn du möchtest.